Kategorie: Aktionen und Veranstaltungen

In Potsdam finden fast tagtäglich Aktionen und Veranstaltungen der Stadtgesellschaft statt. Bürger*innen informieren, organisieren Feste und Aktionen. Sie engagieren sich für eine soziale, kreative, solidarische Stadt. Hier veröffentlichen wir ihre Termine, berichten über Aktionen und Veranstaltungen.

  • Kulturbarbarei durch Kartoffelbrei

    „Die Aktivisten zerstören willentlich unsere Kulturschätze“ lautet eine Reaktion. „Das hat mit politischer Auseinandersetzung nichts mehr zu tun. Das ist Kulturbarbarei.“ So die Reaktion eines stadtbekannten Politikers.

    Die Reaktion darauf könnte lauten „Die Industriestaaten zerstören willentlich seit Jahrzehnten unsere Kulturschätze. Aber nicht nur diese, sondern die Natur insgesamt, die Regenwälder. Also unseren Lebensraum, unser Kultur, unsere Völker.“ Rund um den Erdball sind die Spuren der Zerstörung sichtbar. Der, hauptsächlich von den Industrieländern verursachte Klimawandel ist ebenfalls längst sicht- und spürbar. Nicht nur im Ahrtal, sondern überall auf dem Globus. Doch vor allem auf der Südhalbkugel. Also in dem Teil der Welt, den WIR – angeblich so zivilisierten Menschen – am meisten ausgebeutet haben. Inseln versinken im Meer. Milliarden von Menschen sind durch Überschwemmungen und Landverlust durch Klimawandel bedroht.

    Potsdam ist die Landeshauptstadt des Bundeslandes mit der höchsten Pro-Kopf-CO2-Emission in Deutschland. Brandenburgs Emissionen liegen pro Kopf über denen der US-Amerikaner*innen. Deutschlands Pro-Kopf-Emission an Treibhausgasen sind höher als die Chinas. Potsdam als LHP mittendrin. Die Stadt müht sich, verkündet Rekordkilometer beim Stadtradeln, hat ein Klimaschutz- und Anpassungskonzept, einen Klimarat. Top! Nur im Alltag ist davon nicht zu spüren. Die Baupolitik wird immer noch von Abriss und Neubau, nicht von Nachnutzung charakterisiert. Potsdam verlangt nur das Nötigste bei den Energiestandards von den Investor*innen beim Wohnungsneubau. Autos verstopfen tagtäglich die Innenstadt. Immer noch werden mehr Bäume im Stadtraum gefällt als gepflanzt. Von Aufwuchs keine Spur. Die lasche Baumschutzverordnung ist alles andere als eine Klimaschutz- oder Klimaanpassungsmaßnahme. Klimaschutz und Krampnitz waren noch nie ein Paar. Lediglich auf dem Papier, den Werbeprospekten und den Sonntagsreden.

    Viele Menschen haben es einfach satt, dass nur geredet wird und jede Kleinigkeit oder andere Krise genutzt wird, um das global dringendste Problem – die Klimakrise – zu ignorieren.

    Monets Bild, oder Bilderreihe vom Getreideschober vermittelt eine landwirtschaftliche Idylle nach der wir uns oft sehnen. Verbunden mit dem Wunsch nach gesunden Lebensmitteln, einer intakten Natur. Selbstverständlich kann ein solches Gemälde die intensive künstlerische Auseinandersetzung mit der Natur bewirken. Es kann aber auch zur Verdrängung der realen Verhältnisse verleiten. Gerade in Brasilien, werden Lebensmittel für Europa produziert, mit Pestiziden, die in der EU verboten sind, aber aus deutscher Produktion stammen. Das Ganze auf ehemaligen Regenwaldflächen, wo zuvor indigene Völker lebten und ihrer Kultur nachgingen. Die Kulturbarbaren sitzen im Norden. In den Vorständen der Konzerne und in den Parlamenten, die dies zulassen oder gar ermöglichen.

    Wer Kartoffelbrei auf einem hinter Sicherheitsglas geschütztem Investment* im Wert von über 110 Mio. € als Kulturbarbarei bezeichnet, hat jedes Maß der Bewertung verloren. Dies gilt nicht nur für die Aktion, sondern die Situation in der Welt.

    *auch das ist der Monet, ein privates Investment, welches sich aktuell über Eintrittsgelder refinanziert. Mit „unseren“ Kulturschätzen, hat dies wenig zu tun.

    P.S. Die Direktorin des privaten Museums hat klug auf die Aktion reagiert: „Ich bin erleichtert, dass das Bild keine Schäden davongetragen hat und wir das Werk bald wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen können. Bei allem Verständnis für das drängende Anliegen der Aktivisten angesichts der Klimakatastrophe bin ich erschüttert über die Mittel, mit denen sie ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen suchen“. Erschütterung kann auch zu einer Erweckung führen. Darum geht es sicherlich auch den Aktivist*innen der „letzten Generation“. Wir sollten aber weniger erschüttert sein, über all die Aktionen von Klimaaktivist*innen, sondern über uns selbst und die Auswirkungen, die unser Lebensstil und unsere Politik auf diese eine Erde hat. Wir sollten AKTIV dafür sorgen, dass wir nicht die „letzte Generation“ sind, die sich einen Monet in einem wohltemperierten, klimatisierten Museum ansehen kann.

    Eine Welt für alle!

    CL

  • Gemeinsame Presseerklärung von Mietaktivist*innen aus aller Welt

    Das Netzwerk „Stadt für alle“ kritisiert gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Initiativen der Mieter*innenbewegung aus der ganzen Welt den bevorstehenden G 7 Gipfel der Bauminister*innen in Potsdam.

    Hier findet ihr die Presseerklärungen in:

    Englisch

    Deutsch

    Presseerklärung +++ Anlässlich des G7 Fachministerinnen-Treffens für nachhaltige Stadtentwicklung am 12. und 13. September in Potsdam fordern Mietaktivistinnen aus aller Welt die Einbindung zivilgesellschaftlicher Organisationen in den Gipfel +++

    Aktivist*innen wurden weder informiert noch eingeladen +++
    Mittel, wie die geplante Vergesellschaftung von großen Immobilienfirmen in Berlin, sollten ein zentraler Bestandteil der Strategie gegen die globale Wohnungskrise sein +++

    Die G7-Minister*innen sind schon im Vorfeld ihres morgigen Treffens an den eigenen Ansprüchen gescheitert. Anlässlich des G7 Fachministerinnen-Treffens für nachhaltige Stadtentwicklung am 12. und 13. September in Potsdam fordern zivilgesellschaftliche Mietinitiativen aus aller Welt die teilnehmenden Minister*innen auf, transparent zu arbeiten und im Sinne Ihrer eigenen Maßgaben zu handeln: der „Förderung einer gemeinwohlorientierten Politik auf lokaler Ebene“, der „Armutsbekämpfung“ und der „sozialen Eingliederung in Städten“.

    Mehr als ein paar Phrasen auf ihrer offiziellen Webseite haben die Ministerinnen zu diesen Themen nicht zu bieten. Die Zivilgesellschaft wurde zu dem G7-Fachministerinnen-Treffen weder eingeladen noch informiert. Anfragen zur Tagesordnung der Veranstaltungen und den Gästen wurden nicht beantwortet. Die G7 werben und stehen für Demokratie, doch sie weigern sich, die Menschen einzuladen, die täglich den verheerenden Auswirkungen der Gentrifizierung ausgesetzt sind, und die in ehrenamtlicher Arbeit Lösungsstrategien für ihre Städte entwickelt haben.

    Ein Treffen unter Ausschluss der Stadtgesellschaften ist eine Alibiveranstaltung. Die lokalen Aktivistinnen kämpfen und mobilisieren seit Jahrzehnten gegen Gentrifizierung und den Ausverkauf ihrer Städte. Sie sind die Expertinnen einer sozialen und nachhaltigen Stadtentwicklung.

    „Die globale Wohnungskrise wird durch einen großenteils unregulierten, profitorientierten Immobilienmarkt verursacht. Politikerinnen, wie die Fachministerinnen der G7, müssen diese globalen Akteure regulieren, um den Zugang zu bezahlbarem Wohnen zu garantieren. Maßnahmen wie die geplante Vergesellschaftung großer Immobilienunternehmen in Berlin sollten deswegen ein zentraler Teil der Strategie gegen die globale Wohnungskrise sein“, so Dan Peterka, Pressesprecher von Deutsche Wohnen & co enteignen.

    Im September 2021 haben sich 59,1% der wahlberechtigten Berliner*innen für die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne ausgesprochen. Die deutsche Verfassung macht eine solche Enteignung zum Schutz des öffentlichen Interesses möglich.

    Die juristischen Voraussetzungen der Vergesellschaftung werden derzeit in Berlin geprüft und die Umsetzung verhandelt.

    Weltweit brauchen Mieter*innen effektive Maßnahmen, um nicht länger aus ihren Wohnräumen vertrieben zu werden. Wohnraum muss dem Markt entzogen werden. Ein G7-Treffen, das die wirtschaftlichen Mechanismen nicht antastet, die der globalen Wohnungskrise zugrunde liegen, ist ein zahnloser Papiertiger.

    Auch Balakrishnan Rajagopal, der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Wohnen, hat auf der diesjährigen Enteignungskonferenz in Berlin die globale Dimension des Problems hervorgehoben: „Das Menschenrecht auf Wohnen darf nicht länger den Interessen der Wirtschaft untergeordnet werden. Wir brauchen eine Rückkehr zu den Werten, die den Vereinten Nationen zugrunde liegen.“

    Wir, Initiativen der weltweiten Mieter*innen-Bewegung, fordern die Vergesellschaftung von Wohnraum als nachhaltige Lösung für die globale Wohnungs- und Mietenkrise!

    Aktivistinnen aller Nationen müssen zu dem Treffen eingeladen werden, um gemeinsam mit den G7-Ministerinnen Strategien gegen steigende Mieten und Wohnungslosigkeit zu finden.

    Wohnen ist Menschenrecht.
    Unsere Städte brauchen jetzt weltweit eine gerechte Wohnungspolitik!

    Kontakt: presse@dwenteignen.de

    Deutsche Wohnen & Co. enteignen
    Acorn international
    Potsdam – Stadt für alle
    Philadelphia housing action, USA
    Habitat International Coalition
    FCDL – Frontal common pentru dreptul la locuire, Bukarest, Rumänien
    Housing justice for all, New York, USA
    Habita!, Lissabon, Portugal
    Krov nad glavom, Serbien

  • Jubel – und Wutdemo zum G 7 Treffen in Potsdam

    Heute haben rund 250 Menschen an einer Demonstration anlässlich des bevorstehenden G 7 Treffens der Bauminister*innen in Potsdam teilgenommen.
    Dabei wurde die Stadtpolitik hier in Potsdam und die völlig unverständlichen Themen dieses Gipfels spöttisch aufs Korn genommen – ausgerechnet in Potsdam über nachhaltige und inklusive Stadtentwicklung beraten zu wollen.

    Logisch, dass die stadtpolitischen Initiativen dazu gar nicht erst eingeladen sind. Mieter*inneninis, Freirauminitiativen und kritische Stadtpolitik passen wahrscheinlich nicht wirklich auf die Hochglanzfotos von total produktiven Arbeitsessen.

    Wobei – es scheint inzwischen durchaus fraglich, wer da alles die Einladung von Frau Geywitz annehmen wird. Aus gut unterrichteten Kreisen wissen wir, dass der kanadische Wohnungsminister nicht nach Potsdam kommen wird – wegen dem Tod der britischen Königin. Kommt dann der britische Bauminister? Findet das G 5 Treffen dann noch statt??

    Am Kulturzentrum Freiland und dem unsinnigen Megainvestorenprojekt auf dem RAW Gelände wurde aus der Jubeldemo eine Wutdemo!

    Ja, es reicht.
    Genug ist genug.
    In dieser dramatischen sozialen Krise muss Schluss sein mit der Abwälzung einer selbstverschuldeten Energie – und Wohnungskrise auf die Mieter*innen.

    Deshalb hier noch einmal die wichtigsten Forderungen der heutigen Demonstrationen:

    • Her mit dem Mietenstopp! Schluss mit der Abwälzung der Krisenkosten auf die Mieter*innen!
    • Abrisse stoppen! Den Staudenhof erhalten! – sonst ist alles Gerede von einer nachhaltigen Stadtentwicklung nur Heuchelei!
    • Stadt – und mietenpolitische Initiativen wirklich einbeziehen! Eine soziale und nachhaltige Stadt wächst nur von unten!

    Hier findet Ihr den Redebeitrag der EAP bei der Demo.

    Außerdem dokumentieren wir außerdem den Redebeitrag von Holger Zschoge/ Netzwerk „Stadt für alle“ bei der Jubeldemo:

    „In wenigen Tagen werden sich in Potsdam die Bauminister*innen der G 7 treffen.
    Oder – Wie sie es nennen: „Treffen der G7-Ministerinnen und -minister für nachhaltige Stadtentwicklung“.

    Das klingt verständlich und bringt die Stadtentwicklung in London, den USA oder Tokio genau auf den Punkt.

    Die Investitionen von Kleptokraten aus Osteuropa und der arabischen Welt in Luxus – und Anlageobjekte in London sind auf Dauer angelegt und bringen jedes Jahr neue Wertsteigerungen – das Kapital ist hier eindeutig nachhaltig angelegt.

    In den USA werden die Flächen weiter kontinuierlich mit Einfamilien – und Reihenhäusern versiegelt, genauso regelmäßig werden insolvente Eigentümer aus ihnen zwangsgeräumt – Kreislaufwirtschaft in Reinkultur.

    Und von Tokio können wir lernen, wie Menschen auch mit der kleinsten Wohnung ein zufriedenes Leben führen können – eine nachhaltige Stadtentwicklung wird nur funktionieren, wenn wir bereit sind, von unseren viel zu großen Bedürfnissen abzurücken.

    Auf der Liste der Themen, welche die Bauminister*innen zwischen den vielen Arbeitsessen und Fototerminen bearbeiten müssen, stehen deshalb auch so wichtige Punkte wie:
    Stärkung inklusiver und nachhaltiger Stadtplanung – oder:

    Förderung einer gemeinwohlorientierten Politik auf lokaler Ebene.“

    Da sind sie in Potsdam ja genau richtig.

    Sicherlich werden sie in einem Stadtrundgang durch die neu entstehende Mitte die vielen nachhaltigen Abrisse bewundern und die energetisch wertvollen barocken Fakegebäude aus aufgeklebten Sandstein bestaunen. Auf dem Alten Markt und dem Lustgarten können sie die historischen Plätze sehen, die im Klimawandel für nachhaltig höhere Temperaturen sorgen. Blumen, Sitzecken, Wasserspender würden nur der Aufenthaltsqualität der Menschen dienen und stören in unserem barocken Museum.

    Auch in Sachen Klimaschutz ist Potsdam ein Musterschüler. Wir haben den Klimanotstand ausgerufen! Um diesen Zustand auch in Zukunft zu erhalten, werden weiter fleißig Bäume abgeholzt wie beim Nuthewäldchen, Flächen versiegelt, auf Abriss wie beim Staudenhof gesetzt.

    Unsere Radwege werden Jahr für Jahr ordentlich in Form von schmalen Streifen auf viel befahrene Straßen gemalt, zum Ausgleich fährt die Rathausspitze einmal im Jahr mit dem Fahrrad zu Arbeit – Stadtradeln nennen sie das.

    Natürlich ist die Stadtentwicklung in Potsdam inklusiv. Jedes Jahr unternehmen wir große Anstrengungen, neue superreiche Millionäre in die Stadtgesellschaft zu integrieren. Und bei Persönlichkeiten wie Hasso Plattner, Bild – Chef Döpfner oder Günther Jauch ist das gar nicht so einfach. Vor allem haben wir erkannt, wie wichtig ist, ihnen ihre Hobbys zu lassen. Sie kaufen nun mal gerne Häuser und Grundstücke, errichten Museen und schmücken sie mit barocken Skulpturen. Lasst sie spielen!
    In Potsdam sind neue Bewohner*innen immer willkommen. Insbesondere, wenn sie in Immobilien investieren und große, neue Glaspaläste für irgendwelche ausgedachten IT Ankermieter bauen.

    Im Ergebnis solcher Investitionen steigen in Potsdam Bodenpreise und Mieten kontinuierlich. Das garantiert den Immobilienunternehmen einen nachhaltigen Gewinn und motiviert Menschen, die sich das nicht leisten können. Potsdam zu verlassen. Das stärkt die Inklusion, weil nicht mehr so viele arme Bewohner*innen der Stadt integriert werden müssen.

    Deshalb ist Potsdam jetzt schon eine Stadt mit einer gemeinwohlorientierten Politik. Auch das ist ist ein guter Grund, warum die G 7 – Minister*innen von Potsdam lernen können. Seit vielen Jahren verkauft die Stadt ihre Grundstücke zu Höchstpreise an gemeinwohlorientierte Unternehmen wie die Instone Real Estate. Immobilienkonzerne wie Vonovia und die Deutsche Wohnen arbeiten völlig zurecht im Verband Brandenburgischer Immobilienunternehmen mit den kommunalen und genossenschaftlichen Unternehmen zusammen – sie eint ihre Gemeinwohlorientierung. Da bietet es sich natürlich auch an, dass sie mit der kommunalen Gesellschaft ProPotsdam immer gut kooperieren – sei es bei der Entwicklung des neuen Quartiers in Krampnitz oder Benefizkonzerten für ukrainische Geflüchtete.

    Nicht zuletzt verweigert sich die Stadt Potsdam aus gutem Grund den bekannten Instrumenten des Schutzes von Mieter*innen. Milieuschutz zeigt ja schon, dass es dabei um die Bevorzugung eines speziellen Milieus geht und nicht um das Gemeinwohl aller Menschen in der Stadt. Vorkaufsrechte, Umwandlungsverbote, Zweckentfremdungsverfahren – gut, dass es das in Potsdam alles nicht gibt.
    Anders als in vielen anderen Städten werden hier eben keine Bußgelder bei Zweckentfremdung erhoben, keine Sanktionen bei der Umwandlung von Miet – in Eigentumswohnungen verhängt.
    Potsdam ist eindeutig schon jetzt gemeinwohlorientiert.

    Deswegen freuen wir uns, wenn die G 7 – Bauminister*innen sich jetzt hier in Potsdam treffen. Sie können ganz viel von Potsdam lernen – vor allem, wie man eine Stadtpolitik macht, die zu den höchsten Miet – und Grundstückskosten im Osten Deutschlands führt und längst mit Städten wie München oder Frankfurt konkurriert.

    Protest oder Kritik brauchen sie hier nicht erwarten, die Stadt hat seit vielen Jahren Übung darin, wie man die Vorschläge und Sorgen der Stadtgesellschaft ignoriert. Das Modell, alle erfolgreichen Bürgerbegehren mit juristischen Tricks wirklungslos zu machen, haben sie schon zur Kunst erhoben. Die Wut der Menschen wird meist erfolgreich in Infoveranstaltungen kanalisiert – wenn längst alles entschieden ist.

    Also: Feiern Sie schön, machen Sie ein paar schöne Bilder und genießen Sie die vielen Arbeitsessen.
    Am Ende bleibt eh alles so wie es immer war in Potsdam: Die nächsten Mieterhöhungen kommen bestimmt.“

  • Immobilieninvestoren unterstützen die Jubeldemo!

    Wie auf vielen SPD – CDU – Parteitagen haben wir uns für unsere Jubeldemo um Sponsor*innen bemüht:
    Das Motto „Gemeinsam für Mieterhöhungen und Verdrängung“ hat viele bekannte Immobilienkonzerne und Investor*innen, die ihr Geld in Potsdam anlegen dazu motiviert, uns mit beträchtlichen Beiträgen zu unterstützen.

    Als Gegenleistung geben wir ihnen hier noch einmal die Möglichkeit zur Werbung.
    Im Folgenden haben wir alle unsere Dossiers und Recherchen zusammen gestellt, welche die spannenden Geschäftsmodelle solcher Unternehmen präsentieren und zeigen, wie sie ihr Geld verdienen.

    KW Development

    Hedera Bauwert

    von Kenne und Dietrich

    Vonovia

    Dahler & Company und Henrik Ulven

    Nuthewäldchen

    Von Potsdam nach Panama und zurück

    M. Zeligman und die Concept oil Services Ldt.

    Wolfhard Kirsch

    Speicherstadt

    Deutsche Wohnen

    Viel Spaß beim Lesen, Ärgern und weiter recherchieren – es lohnt sich!

  • Pressemitteilung zu den Aktionen gegen das G 7 Treffen

    In der kommenden Woche werden sich die Bauminister*innen der G7 – Staaten auf Einladung von Frau Geywitz in Potsdam treffen.
    Oder – Wie sie es nennen: „Treffen der G7-Ministerinnen und -minister für nachhaltige Stadtentwicklung“.

    Da sind sie hier in Potsdam ja genau richtig.

    Denn hier:
    * Können sie lernen, wie man auch heute noch funktionsfähige Gebäude nachhaltig abreißt
    * Können sie noch Live miterleben, wie Menschen aus ihren Kiezen verdrängt werden.
    * Können erfahren, wie man Investoren mit egal was für unsinnigen, teuren und klimaschädlichen Bauprojekten den „Roten Teppich“ ausrollt.
    * Und sie können sehen, wie einfach es ist, die Sorgen von Menschen zu ignorieren und alle rechtlichen Instrumente einer sozialen Wohnungspolitik einfach nicht zu nutzen.

    Frau Geywitz hätte also für ihre Tagung, in der es u.a. um die „​​​​​​​Stärkung inklusiver und nachhaltiger Stadtplanung – oder die Förderung einer gemeinwohlorientierten Politik auf lokaler Ebene“ geht, keine bessere Stadt wählen können. Denn hier können die Gäste lernen wie man eine Stadtpolitik macht, die zu den höchsten Miet – und Grundstückskosten im Osten Deutschlands führt und längst mit Städten wie München oder Frankfurt konkurriert.

    Deshalb war unsere erste Idee als Reaktion auf auf dieses Jubeltreffen ohne jegliche Alltagsrelevanz: Eine satirische Jubeldemo.
    Zu dieser haben wir am Samstag, den 10. September 2022 die Menschen in Potsdam, Mieter*innen – und stadtpolitische Initiativen aus Potsdam und Berlin eingeladen.
    Wir wollen feiern, wie inklusiv und nachhaltig, wie sozial sich Städte in beteiligten 7 Ländern entwickeln und wie sehr sich dieser positive Prozess auch in Potsdam widerspiegelt, wir wollen Spott und Hohn über diese Heuchelei vergießen!

    Aber gleichzeitig spüren wir in den letzten Wochen immer mehr Wut und Sorgen der Menschen.

    Die Lage ist Ernst. Wohnen ist eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Die sich verschärfende soziale Krise spüren die Menschen auch hier in Potsdam vor allem bei den Wohnkosten. Und diese werden wir nicht am Konferenztisch von Bauminister*innen klären. Wir erwarten leider wenig von einer Bauministerin, die zwar ankündigt, aber nicht liefert und auch im Krisenherbst keine Antwort auf die explodierenden Wohnkosten findet. Die im sogenannten Entlastungspaket angekündigte Wohngelderhöhung setzt wieder einmal an der falschen Stelle an – und subventioniert vor allem die Eigentümer.

    Es waren und sind vor allem stadtpolitische Bewegungen von Unten, die in den letzten Jahren Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit gefunden haben. Sie organisieren Nachbarschaftsaustausch, lassen niemanden zurück und sorgen sich um die Nachhaltigkeit ihrer Kieze. Sie fordern seit langem, die Krisengewinner zur Kasse zu bitten und Immobilienkonzerne zu enteignen!
    Inklusive und nachhaltige Stadtpolitik – das dürfen keine Deals mehr mit Großinvestoren sein, sondern muss von unten wachsen. Das muss den Bestand sichern, statt abzureißen, das muss neue Megaprojekte aus Beton und Glas verhindern statt ohne echte Bürger*innenbeteiligung durchzudrücken.

    In der Wohnungspolitik muss sich grundlegend etwas ändern! Mieter*innen müssen Mittelpunkt der Politik sein – nicht die Immobilienkonzerne. So lange wir der Spekulation mit Wohnraum nicht die Grundlage entziehen, werden wir nie eine auf die Menschen ausgerichtete Wohnungspolitik haben. Deswegen: Gemeinnützigkeit einführen und in den dauerhaften Bestand von sozialem Wohnraum investieren.
    Und in der aktuellen Krise brauchen wir sofort einen Mietenstopp!

    Es ist frustrierend, dass die Genoss*innen von Klara Geywitz, die seit 30 Jahren in Brandenburg regieren und in Potsdam den Oberbürgermeister stellen, es nicht einmal hin bekommen, die rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz der Mieter:innen umzusetzen.
    Es gibt in Potsdam noch immer kein Milieuschutzgebiet, kein Vorkaufsrecht, kein Umwandlungsverbot, die Zweckentfremdungsverordnung wirkt gar nicht, das Baulandmodell ist unwirksam, eine neue Bodenpolitik kommt nicht vom Fleck.

    Deshalb ist manchmal Satire der einzig mögliche Weg des Umgangs mit einem solchen Treffen.
    Wir wollen den hohlen Floskeln den Spiegel vorhalten.
    Wir wollen mit kreativen und phantasievollen Mitteln den Finger in die Wunde eines der größten sozialen Konflikte der Gegenwart legen.
    Und ja: Wir werden auch denjenigen Raum geben, die eher wütend sind und ihre Sorgen und ihren Frust laut und deutliche formulieren wollen.

    An der Jubeldemo am Samstag, den 10. September 2022, 14 Uhr ab Lustgarten sind fast alle stadtpolitischen Initiativen aus Potsdam vertreten sowie die Initiative Deutsche Wohnen und co. enteignen aus Berlin und andere überregionale Gruppen.
    Es wird ein buntes Programm mit Sheerlaedern, Transpis, Musik, Eventbike, Reden und vielem mehr geben.
    Die Demonstration wird vorbei an einigen der schlimmen Investorenprojekte in Potsdam gehen: Der Speicherstadt, dem geplanten IT Centrum auf dem RAW Gelände, dem Nuthewäldchen in Zentrum Ost.
    Nach der Demo geht es weiter: Auf der Wiese hinter der ILB gibt es einen Jubelrave und am Abend Solipartys und Konzerte im Archiv und der la Datscha.

    Und zuletzt: Wir rufen auf zu Aktionen – auch an den Tagen des G 7 – Treffens am 13./ 14. September 2022 – wir sind nicht einmal offiziell eingeladen, also laden wir uns selbst ein…

    Stadt für alle
    6. September 2022

  • Jetzt Online: die Filmdoku „SCHROTT ODER CHANCE – Ein Bauwerk spaltet Potsdam“

    Ab sofort als Video on demand verfügbar: die wunderbare und bittere Doku „SCHROTT ODER CHANCE – Ein Bauwerk spaltet Potsdam“ (D 2019, 75 min. / Engl. UT) über die Abrissdebatte zur Fachhochschule.

    Hier könnt ihr den Film für ein paar Euro in voller Länger streamen:

    vimeo.com/ondemand/schrottoderchance


    Wir haben den 5. September zum Anlass genommen, da das ehemalige „Institut für Lehrerbildung“ am 5. September 1977, also vor 45 Jahren eingeweiht wurde: https://vimeo.com/746591007
    In unserer Doku „Schrott oder Chance“ geht es um die Auseinandersetzung mit dem Wandel der Potsdamer Mitte, insbesondere den Umgang mit ostmodernen Gebäuden, Komplexen und Sonderbauten.
    Der 75-minütige Film widmet sich exemplarisch entlang der Abrissdebatte rund um einen DDR-Leitbau den Themen Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung, Umgang mit dem (architektonischen) DDR-Erbe, Erinnerungskultur und der Frage: In was für einer Stadt wollen wir leben?
    Trailer: vimeo.com/356019363
    Ein Film von: Kristina Tschesch, Elias Franke, Christian Morgenstern (zusammen 414films)
    Im Interview: André Tomczak, Jann Jakobs, Ludger Brands, Christian Klusemann, Ulrich Zimmermann, Hanne Seitz, Martin Sabrow, Wolfgang Kärgel, Christian Näthe uvm.
    Filmmusik: Angela Aux, Sam Irl, Cico Beck

  • Jubeldemo am 10. September 2022 in Potsdam!

    In Potsdam wollen sich mal wieder die „Großen“ treffen. Nach den vielen G 8 Treffen 2007 hat die Bauministerin, Frau Geywitz ihre Amtskolleg*innen von den G 7 in ihre Heimatstadt eingeladen.
    Am 13./ 14. September treffen sie sich zu vielen Arbeitsessen und Fototerminen und wollen nebenbei über „inklusive und nachhaltige Stadtentwicklung“ (Originalzitat) beraten.

    … und das ausgerechnet in Potsdam.
    … und das ausgerechnet die G 7.

    Das schreit geradezu nach Satire.

    Deshalb laden wir für Samstag, den 10. September 2022 zu einer Jubeldemo unter dem schönen Motto „Gemeinsam für Mieterhöhungen und Verdrängung!“ ein.

    Sie beginnt um 14 Uhr im Lustgarten und führt vor allem an einigen der vielen unsinnigen und zerstörenden Investorenprojekten der Stadt vorbei.

    Wir rufen Euch dazu auf, auf möglichst kreative und phantasievolle Weise an dieser Willensbekundung zu beteiligen!
    Zeigen wir den Herrschenden in der G 7 – Staaten und der Stadt Potsdam, wie toll wir es finden, dass die Mieten immer mehr steigen, Freiräume verschwinden, die barocke Stadt zurück kommt, Menschen verdrängt wird.
    Wir wollen unsere Immobilieninvestoren huldigen und uns bei ihnen bedanken für leer stehende Mikroappartements und IT Glaspaläste, die niemand braucht.

    Wir wollen uns bei der Politik dafür bedanken, dass sie das Vorkaufsrecht noch immer nicht reformiert hat, es trotz der sozialen Krise weder einen Mietenstopp, noch einem Mietendeckel gibt.

    Hier gibt es ab sofort regelmäßige Updates über Termine, Mobilisierung und Aktionen.
    Stand: 2. September 2022:

    • Am Samstag, den 3. September 2022 findet im Lustgarten das Sommerfest der Linken statt. Stadt für alle ist mit einem Mobi -, Info – und Bastelstand vor Ort.
    • Am Dienstag, den 6. September 2022 machen wir um 16.30 Uhr auf der Terrasse des Staudenhofs (der geplante Abriss passt so richtig gut zu der verkündeten nachhaltigen Stadtentwicklung!) eine öffentliche Pressekonferenz.
    • Am Donnerstag, den 8. September 2022 gibt es ab 18.00 Uhr im Freiland die Möglichkeit, lustige, wütende, kreative Schilder und Transpis zu malen – Materialien gibt es vor Ort.
    • Am Samstag, den 10. September 2022 organisiert die Linke Potsdam nach der Demo auf der Wiese neben der ILB einen Jubelrave und ab 21.00 Uhr gibt es eine Soliparty in der la datscha.
    • Übrigens: Die Bauminister*innen treffen sich am 13./ 14. September 2022 im Kaiserbahnhof, also der DB Bildungsstätte zu vielen Arbeitsessen und Bildterminen: https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/termine/Webs/BMWSB/DE/pressetermine/2022/einladung-g7-potsdam.html?nn=17138838

    Mobimaterialien zum Runterladen:

    Webflyer

    Jubelbanner

    Wutbanner

    Aufruf

  • RZ wird 7 und das Mosaik 50 – Glückwunsch!

    Unsere Redaktion erreichte eine herzliche Einladung zur Geburtstagsparty. Damit verbunden ist die Bitte um Vorankündigung des großen Festes ab dem 01.09.2022. Beidem kommen wir gerne nach.

    3 Tage Diskurs, Kunst und Spaß – trotz warten auf die Verlängerung // 7 Jahre Rechenzentrum – 50 Jahre Mosaik

    Auch in diesem Jahr feiert das Rechenzentrum die Verwandlung des ehemaligen Verwaltungsbaus in einen lebendigen Ort von Kunst, Kultur und Begegnung mit vielfältigem Programm. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 1. September um
    17 Uhr statt mit Reden auf das Geburtstagskind RZ, mit der Vernissage „Der Mensch verlinkt den Kosmos“, der Lesung „Stattabriss“ und dem Netzwerkabend „7SACHEN“
    .

    Nach sieben Jahren erfolgreicher Umnutzung ist das Haus mit den über 220 Räumen weiterhin voll vermietet, die Warteliste wächst. Der Bedarf ist groß, die Verträge sind weiterhin bis zum 31.12.2023 befristet. Die Fragen: Wie ist denn der Stand? Wie geht es weiter mit dem RZ? bleibt es stehen? sind täglich präsent bei den über 300 Nutzer:innen sowie bei den Gästen und
    Unterstützer:innen des RZ. Trotz aufkommender Planungsunsicherheit und anhaltender Fragezeichen laden die Betreiberin, Nutzerinnen und Aktiven des Rechenzentrums zu einem tagelangen Geburtstagsfest.

    „Das Rechenzentrum hat sich zu einem Ort von Kunst und Sozialem, Diskurs und Pop sowie kontinuierlicher Überraschung und überraschender Kontinuität entwickelt. Das soziokreative Zentrum gibt über 200 Mieter:innen ein Zuhause für kreatives Schaffen und noch vielen Mehr einen Platz für Begegnung, Austausch und Lernen. Das Geburtstagsfest ist die Einladung das RZ in seiner
    Vielfalt kennenzulernen – 15 Monate vor Ablauf der Nutzungsverträge – und sich die Absurdität vor Augen zu führen, dass noch immer ein Abriss dieses Gebäude, das Bedarfe deckt und Energie bedeutet, diskutiert wird – 2022!“
    so Anja Engel, die das Rechenzentrum seit Umnutzungsbeginn 2015 als Kulturmanagerin leitet und u.a. Vermietung, Programm und Beteiligung organisiert.

    Das Programm findet ihr hier:

  • Media City: Steht das Ergebnis schon fest?

    Am Freitag, den 28. August 2022 beginnt das Werkstattverfahren zur Entwicklung des Geländes auf dem Filmpark Babelsberg, wo eine oft kritisierte, gigantische Media City mit Bürotürmen von über 60 m Höhe und für 5.000 neu IT Arbeitsplätze entstehen soll.
    Bereits im Vorfeld haben Filmpark – Chef F. Schatz und Bauamtschef Rubelt gemeinsam klar gemacht, wie das Ergebnis aussehen soll:

    Rubelt: „Städtebaulich und wirtschaftlich ist das Vorhaben für die Medienstadt wie für Potsdam insgesamt von enormer Bedeutung. Mit dem Projekt Media City Babelsberg schenken wir nicht nur dem Standort, sondern einer ganzen Branche das Vertrauen. Daher sollten wir die Chance ergreifen, mit Mut und Augenmaß hier Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung produktiv miteinander zu verbinden.“ (Presseinfo Stadt Potsdam)

    Schatz: „Das Gesamtprojekt kann nicht mehr kippen. Ja, wir reden über eine beträchtliche Bebauung. Aber das Projekt ist nicht mehr aufzuhalten….“
    Und: „Ich träume von Google, von Amazon Prime, den großen Streaming-Unternehmen. Denen wollen wir Angebote machen.“ (Vergleiche: https://www.maz-online.de/lokales/potsdam/potsdam-babelsberg-friedhelm-schatz-ist-der-gralshueter-der-medienstadt-5LLHU3JLHW7VRQTBESUGM3AQDQ.html

    Klar, das bei einem solch „offenen“ Verfahren die Bürger*innen gar nicht erst eingeladen wurden.
    Die BI „Medienstadt Babelsberg“ hat sich trotzdem zu Wort gemeldet und eben dieses Verfahren in einer Pressemitteilung kritisiert.

    Wir dokumentieren diese hier, einschließlich der vielen berechtigte Fragen, welche wahrscheinlich keine Rolle bei einem solchen Werkstattverfahren spielen werden. Hier kann sie runter geladen werden:

    PM Bürgerinitiative

  • Jubel: Die G 7 Bauminister kommen nach Potsdam!

    Wir dokumentieren: Aufruf zur Jubeldemo am 10. September 2022 in Potsdam

    Plakat

    Gemeinsam für Mieterhöhungen und Verdrängung!

    Im September dieses Jahres wollen sich die Bauminister*innen der sieben großen Industrieländer der Welt treffen – ausgerechnet in Potsdam. Die aktuelle deutsche Bauministerin, Klara Geywitz kommt aus eben dieser Stadt. Aber es sprechen noch mehr Gründe für die gelungene Auswahl.

    Potsdam ist die Stadt mit den höchsten Mieten in den neuen Bundesländern.

    Potsdam ist eine Stadt mit einer extrem hohen sozialen Segregation, zwischen Schlaatz und Heiligem See liegen Welten.

    Potsdam ist Spitzenreiter der Verdrängung, seit 1990 haben über die Hälfte der Einwohner*innen die Stadt verlassen.

    Potsdam ist führend beim Abriss nutzbarer Gebäude für den Wiederaufbau einer barocken Mitte.

    Potsdam wehrt sich seit Jahren erfolgreich gegen alle Instrumente einer sozialen Wohnungspolitik.

    Insofern sind die Bauminister*innen in Potsdam genau richtig, um ihr „Communique für eine nachhaltige Stadtentwicklung“ zu präsentieren. Darin wollen wir sie als Bürger*innen der Stadt Potsdam natürlich mit allen Kräften unterstützen!

    Gemeinsam treten wir dafür ein, dass:

    … Immobilieninvestoren und – Spekulanten weiter ordentlich Profite durch Mieter*innen erwirtschaften können.

    … „Bauen, bauen, bauen“ der allein richtige Weg in der Klimakrise ist.

    … Dass Leistung auch in der Wohnungspolitik wieder zählt. Wer die Miete nicht zahlen kann, muss halt wegziehen.

    … Bündnisse mit Immobilienkonzernen und deren Absichtserklärungen endlich ernst genommen werden.

    … Eingriffe in den nachhaltigen Wohnungsmarkt wie Milieuschutz und Vorkaufsrecht beendet werden.

    Wir sind überzeugt, dass auch die Bauminister*innen aus den anderen G 7 – Staaten wertvolle Ratschläge mit nach Potsdam bringen werden.

    Wir können von Japan lernen, dass selbst in der kleinsten Wohnung noch Platz für mehr Menschen ist.

    Wir können von den Briten lernen, wie man seine Hauptstadt an die internationale Finanzindustrie verhökert und zur teuersten Stadt Europas macht.

    Wir können von Frankreich lernen, wie man die sozialen Konflikte in Wohnsiedlungen an den Stadtrand verlagert.

    Wir können von den USA lernen, wie man einheitliche Einfamilien – und Reihenhaussiedlungen baut, die möglichst viel Fläche versiegeln.

    Es gibt also viele Gründe, auf die Straße zu gehen und gemeinsam zu feiern!
    Potsdam ist auf dem besten Weg eine Vorzeigestadt für eben diese „Nachhaltige Stadtentwicklung“ zu werden.

    Dazu sind wir bereit, gemeinsam den Staudenhof, das Hotel Mercure und andere noch störende Gebäude aus der DDR – Zeit abzureißen. Wir wollen endlich das preußisch – barocke Freiluftmuseum in der Stadtmitte!

    Dazu sind wir bereit, gemeinsam die notwendigen Mieterhöhungen zu tragen. Solidarisch verzichten wir auf Milieuschutz und Mietendeckel!

    Dazu sind wir bereit, vor den Immobilienkonzernen zu Kreuze zu kriechen. Gemeinsam rollen wir in Zukunft den „Roten Teppich“ aus – für Vonovia, Semmelhaack, Deutsche Wohnen, Kirsch und andere!

    Dazu sind wir bereit, weiter auf alle Formen der Beteiligung zu verzichten. Wir freuen uns auf die nächsten Infoveranstaltungen, wenn Ihr uns die vorher längst getroffenen Beschlüsse zum nächsten Großprojekt verkündet!

    Unsere Unterstützung wollen wir am Samstag, den 10. September 2022 in einer großen Jubeldemo öffentlich machen!


    Liebe Bürger*innen:

    Kommt und huldigt, seid kreativ, freut Euch, feiert mit uns die tolle, nachhaltige und soziale Wohnungspolitik der G 7 – Staaten!

    Netzwerk „Stadt für alle“ Potsdam