Kategorie: Garnisonkirche & Rechenzentrum

Nach dem Abriss der Fachhochschule konzentriert sich die Auseinandersetzung um die Stadtmitte auf einen ganz zentralen Konflikt Potsdamer Stadtentwicklung: Bleibt das Rechenzentrum als Symbol von Kreativität, Selbstbestimmung und Widerständigkeit oder entsteht die alte Garnisonkirche als Symbol für Militarismus, Krieg und Rechtsextremismus wieder?
Unsere Autor*innen erzählen vom „Lernort Garnisonkirche“, von den vielen Aktionen der BI „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ und haben quasi nebenbei ein Geschichtsbuch darüber geschrieben, welche Epoche warum die Stadtmitte von Potsdam dominieren sollte.

  • „Die heimliche Hauptstadt“

    Wir müssen mal wieder den Feuilleton der FAZ dokumentieren.
    Politisch ist das echt schwer einzuordnen.
    Aber schön länger fällt es den Journalist*innen und Autor*innen der FAZ offensichtlich leichter, eine kritische Perspektive zur Entwicklung der Potsdamer Stadtmitte zu formulieren – als all denen, die seit Jahrzehnten das „Preußisch – barocke Disneyland“ durchdrücken wollen.
    Meist auch gegen den Willen der meisten Menschen in dieser Stadt.
    Der aktuelle Beitrag des Feuilletons der FAZ sei unbedingt empfohlen. Wir haben dazu sogar die Bezahlschranke überwunden, eine FAZ gekauft und empfehlen allen Menschen, die Kultur und Stadtentwicklung kritisch sehen unbedingt ein Abo des Feuilletons der FAZ.

    Hier gibt es eine markierte und kommentierte Version des tollen Artikels.

    Und natürlich können wir es nicht lassen, zwei Zitate zu veröffentlichen, welche Mitteschön, Saskia Hüneke und andere sicher auf die Palme bringen werden:

    „… man muss kein Klassenkämpfer sein, um zu sehen, dass Potsdam gerade an seinen prominentesten Schauplätzen immer mehr so aussieht, wie ein paar sehr reiche Zuzügler aus dem Westen sich das vorgestellt haben“ und: „Dass es unter diesen Leuten erstaunlich viele Trolle gibt, hochaggressive Zeitgenossen, die jeden Liebhaber der DDR-Moderne als geistesgestört oder Kommunisten beschimpfen, ist das Pech derer, die mit dem abwaschbaren Neubaubarock wenig anfangen können.

    „… der Barock ist nur noch das Dekor, das man vor Rohbauten aus Beton klebt, damit die antik und würdevoll wirken.

  • Spaltung statt Versöhnung am 17. Juni

    Der 17. Juni ist als Tag des Aufstandes im Jahre 1953 und als westdeutscher Feiertag zur Einheit im kollektiven Gedächtnis. Die Stiftung Garnisonkirche nutze den Tag jedoch erneut, um die (Stadt-)Gesellschaft zu spalten. Die gestern erneuerte und einstimmige erhobene Forderung des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche nach Baufreiheit auf dem Grundstück des Kirchenschiff der Garnisonkirche ist eine moralische Katastrophe. Sie lässt eine Bereitschaft für die von der Stadtverordnetenversammlung auf den Weg gebrachte ergebnisoffene Diskussion um die Zukunft des Ortes vermissen. Die Einstimmigkeit ist bedenklich, da auch der OBM Schubert Mitglied dieses Kuratoriums ist. Was ist von seinem angeblich ergebnisoffenen Vier-Stufen-Plan zu halten? Irreführung der Betroffenen, der Stadtpolitik? Alles nur wieder Scheinbeteiligung?

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  • Kreativer Verkauf an Investmentfonds

    Das KreativQuartier als internationales Renditeobjekt unter Federführung einer großen deutschen Versicherung.

    Im Juni soll der Bau beginnen. Umstritten ist das Vorhaben schon seit Jahren. Nun driftet es gänzlich ab. Leider gehen bei der Stadt keine Alarmglocken an. Das machte der Kulturausschuss am 27.05. deutlich. Der Investor Christopher Weiß von Glockenweiß wurde auf Einladung des Ausschussvorsitzenden gebeten, die aktuelle Sachlage zu erläutern. Neben den baulichen Änderungen, gibt es auch welche zur BetreiberInnenschaft und zu den Eigentumsverhältnissen. Nun besteht etwas mehr Klarheit und deutlich mehr Unzufriedenheit. Vieles davon geht nicht mit den Zielen des Projektes einher, welche die Stadt ursprünglich erreichen wollte. Ungeachtet dessen lobte Herr Kümmel, als Vertreter der Stadt, das Projekt.

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  • Geschwätz von gestern

    Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Dieses Zitat wird häufig Adenauer zugeschrieben. Es charakterisiert wie kaum ein anderer Ausspruch, die dissoziative Argumentation von Politiker*innen und beschreibt für viele Menschen die Beliebigkeit (auch Verlogenheit) von politischen Versprechen. Adenauer war nicht im letzten Kulturausschuss anwesend. Aber erinnert wurde an ihn, indirekt. Durch die bündnisgrüne Stadtverordnete Saskia Hüneke.

    Eine Beobachtung von Oskar Werner.

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  • Herzlichen Glückwunsch – 88

    21.März 2021

    Die Stiftung Versöhnung feiert. Mit einem Staatsakt in der 88 Meter hohen Garnisonkirche von Potsdam feierten die Nationalsozialisten am heutigen 21.März vor 88 Jahren (1933) die Einberufung des Reichstags als Tag von Potsdam und boten der Welt Bilder, die Geschichte machten. Eine perfekte Inszenierung der konservativen, nationalistischen und faschistischen Kräfte. Die Geburtsstunde des Dritten Reiches. Überall schallte es Heil Hitler, welches im rechten Milieu heute oft mit der 88 (der achte Buchstabe im Alphabet) verklausuliert wird.

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  • Garnisonkirche Potsdam: Alles ist anders, aber bloß nichts ändern

    Stiftung Garnisonkirche erreicht endlich den Wissensstand der Projektgegner*innen! Mit der am 12.März in einem Pressegespräch vorgestellten Konzeption der Dauerausstellung eignet sich die Stiftung Garnisonkirche das wissenschaftlich begründete Geschichtsbild der Hof- und Garnisonkirche Potsdam endlich an. Die Garnisonkirche war kein Ort der Opfer, sondern einer der Täter. Wir dokumentieren die Stellungnahmen des Antimilitaristischen Fördervereins und des Lernort Garnisonkirche zum Ausstellungskonzept der SGP.

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  • Neues Ausstellungskonzept für Garnisonkirche: Achtung, Fördergeldopportunismus

    Wir dokumentieren: Pressemitteilung der Bürgerinitiative für ein Potsdam ohne Garnisonkirche vom 16. März 2021:

    Mit ihrem neuen Ausstellungskonzept hat die Stiftung – zumindest auf den ersten Blick – neue Software installiert. Die Hardware bleibt leider die gleiche. Die unveränderte Selbstverständlichkeit des Turmbaus lässt Zweifel an der Glaubwürdigkeit des vermeintlichen „Sinneswandels“ aufkommen. Vielmehr verschärft das neue Konzept die kognitive Dissonanz dieses Wiederaufbaus. Würde die Stiftung ihr eigenes Konzept ernst nehmen, müsste sie den Turmbau sofort abbrechen. Schließlich will sie ja keine „Zeugnisse der Vergangenheit […] erneut auratisieren“. Und vielleicht möchte sie auch endlich vor ihrer eigenen Tür kehren in Bezug auf „tatsächliche Mitsprachemöglichkeiten und ergebnisoffene Debatten“?

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  • Stiftung Garnisonkirche stellt fest: „Es war kein Ort des Widerstands“

    Die Pressekonferenz der Stiftung Garnisonkirche am heutigen Freitag ist eine späte Belobigung der Projektgegner*innen! Die Garnisonkirche war kein Ort der Opfer, sondern der Täter. Es wurde deutlich, dass der „Tag von Potsdam“ kein singuläres Ereignis war, denn er war das Ergebnis einer über Jahrhunderte praktizierten symbolischen Aneignung des Gotteshauses. Diese erhielt mit dem Ende der Monarchie und dem bestehenbleibenden Nationalismus eine neue Dynamik. Nachdem dies die Kritiker*innen seit fast 30 Jahren anmerken und spätestens mit dem Grünzig-Buch 2017 wissenschaftlich belegen konnten, stellt dies nun auch die Stiftung fest. …

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  • Offener Brief – Moratorium zur Garnisonkirche jetzt!

    In einem offenen Brief sprechen sich knapp hundert internationale Wissenschaftler, Architekten, Künstler, Kirchenvertreter, Kulturschaffende und zivilgesellschaftlich Engagierte dafür aus, bei dem Wiederaufbau des Kirchturms der Garnisonkirche Potsdam auf den Nachbau der umstrittenen Turmhaube zu verzichten, da diese für einen problematischen Nationalprotestantismus steht.

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  • Drei Jahrzehnte Projektversagen in Potsdam

    Die Stiftung Garnisonkirche hat gemeinsam mit der Fördergesellschaft eine neue Broschüre rausgebracht „zwei Jahrzehnte Projektgeschichte …“. Schon der Titel ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Eine der ersten Reaktionen lautete „Du liebe Güte, da ist wirklich „viel Schönes drin“… Neben Beschönigungen, Behauptungen, bewussten Verdrehungen, Spendenoffenbarungen und Lügen vor allem NICHTS über das Lernortkonzept – NICHTS!!! “

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