Kategorie: Garnisonkirche & Rechenzentrum

Nach dem Abriss der Fachhochschule konzentriert sich die Auseinandersetzung um die Stadtmitte auf einen ganz zentralen Konflikt Potsdamer Stadtentwicklung: Bleibt das Rechenzentrum als Symbol von Kreativität, Selbstbestimmung und Widerständigkeit oder entsteht die alte Garnisonkirche als Symbol für Militarismus, Krieg und Rechtsextremismus wieder?
Unsere Autor*innen erzählen vom „Lernort Garnisonkirche“, von den vielen Aktionen der BI „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ und haben quasi nebenbei ein Geschichtsbuch darüber geschrieben, welche Epoche warum die Stadtmitte von Potsdam dominieren sollte.

  • Spendenmodell: Mit Mieterhöhungen die Garnisonkirche finanzieren?

    Evangelisches Wohnungsunternehmen spendet für die Garnisonkirche

    Woher kommen die Mittel, mit denen das evangelische Wohnungsunternehmen „Hilfswerk Siedlung GmbH“ eine ganze Jahrespatenschaft für die „Stiftung Garnisonkirche“ übernimmt?

    Offensichtlich unterstützt dieses Wohnungsunternehmen das umstrittene Wiederaufbau – Projekt mit einer großen Spende.

    Gleichzeitig steht die „Hilfswerk Siedlung GmbH“ mit einem Bestand von 6000 Wohnungen, die einem Verkehrswert von fast 1 Mrd. € auf der Liste der zu enteignenden Immobilienfirmen in Berlin.
    Hier fordert die Initiative  „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ in ihrem Volksbegehren, große Immobilienunternehmen zu enteignen, die eine Wohnungsbestand über 3000 Wohungen haben und mehrheitlich renditeorientiert agiert.
    Beides trifft hier zu.

    Nach einem Artikel in der Berliner Morgenpost wundert sich die „Hilfswerk Siedlung GmbH“ darüber, in dieser Liste zu stehen.
    Wer allerdings mit Mieten genug Rendite erzielt, um damit auch noch den Wiederaufbau der Militärkirche in Potsdam zu fördern, scheint noch nicht gemerkt zu haben, welch wichtiges soziales Thema „Mieten“ heute sind.

  • Rechenzentrum – Verdrängung statt Umzug!

    Der Umzug des Rechenzentrums ist nicht machbar!

    Zu diesem Ergebnis kommt die Machbarkeitsstudie, wenn die beiden Zielgrößen ausreichendes Platzangebot und Bezahlbarkeit als Messlatte der Beurteilung angesetzt werden.

    Eine von der Stadt beauftragte Machbarkeitsstudie sollte klären, ob und wie der Umzug des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum im Jahr 2024 ins neu zu bauende KreativQuartier3 möglich ist. Das Ergebnis liegt nun vor.

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  • Die sieben Steine

    Zu Beginn dieser frühlingshaften Woche (am 18. Feb. 2019) begannen die Hochbauarbeiten für die Turmkopie der Garnisonkirche – dem Symbol des preußischen Militarismus, der undemokratischen Monarchie und des Endes der Weimarer Republik.  Fast eineinhalb Jahre nach der geplanten Fertigstellung im Okt.2017 wurden nun mit geheimen Pomp, Segen und Presse die ersten sieben Steine vermauert. Für jeden Mythos einen; 7 Mythen und 7 Steine. Das passt!

    Der Opfermythos wurde wieder voll bedient. Die ewige Leier der Stiftungsverantwortlichen von der Kirchenzerstörung durch die DDR-Staatsführung erinnert schon an die Fake-News-Affinität Donald Trumps. Aber noch ein anderer der sieben Mythen – der Spendenmythos – bekam an dem Tag neue Nahrung. Noch am 15. Januar lies der Kommunikationsvorstand der Stiftung Eschenburg mittels der beiden „Zentralorgane“ (MAZ und PNN) verkünden, dass nur neun Millionen Euro fehlen, um den Turm zu errichten. Aktuell sind es nun schon 11-12 Mio. Euro! Die Angaben schwanken von Woche zu Woche. Die Stiftung mit ihren fünf Beschäftigten und die vielen Werbeaktionen verbrauchen scheinbar mehr Geld, als sie einnehmen können. Das klingt nach ABM im Sinne von Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, und nicht nach „Alle bauen mit“, am Aufbauwerk von nationaler Bedeutung. Die Stiftung muss sich beeilen. Wenn nun jeden Monat eine weitere Million Defizit hinzukommt, ist das Geld bald alle. Die Baukostensteigerungen nagen ebenfalls am schlaff gefüllten Kollektebeutel. Schon die Gründungspfähle haben fast zwei Mio. € mehr gekostet, als ursprünglich geplant. Und ob die Ziegelarbeiten im Kostenrahmen bleiben, bleibt abzuwarten.

    Eins steht jedoch fest: mit jedem dieser über 2,3 Mio. Ziegel dokumentiert die Stiftung ihre Kompromisslosigkeit. Der nun begonnene Mauerbau der Stiftung führt zur weiteren Spaltung der Stadt. Die Heimlichtuerei der Ziegelsteinlegung zeigt, wie sehr die Stiftung und ihr Förderverein die Stadtgesellschaft und die ernsthafte Diskussion um das Vorhaben fürchten. Das erinnert wirklich an die DDR-Staatsführung.

  • Die 7 Mythen der Garnisonkirche

    von Carsten Linke

    2019: 100 Jahre Weimarer Republik, 100 Jahre Bauhaus … und 100. Jahrestag der Ermordung von Luxemburg und Liebknecht durch Angehörige der Garde-Kavallerie-Schützen-Division. Letzteres geschah am 15.Januar. Der 15.Januar 2019 ist auch der 15. Jahrestag des „Rufes aus Potsdam“.

    Ein Anlass, sich dem Aufruf, den Rufenden und ihre Argumenten zu widmen. Vor allem den vielen falschen Versprechen, den geschichtlichen Verdrehungen und gezielten Inszenierungen gilt siebenfach die Aufmerksamkeit.

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  • Weihnachten a la Garnisonkirche

    Weihnachten – das Christfest. Ein Fest der Liebe und Geschenke. Ein Beitrag über seltsames Brauchtum, Bestechung, Geschenke, Wunder, die Garnisonkirche und deren besondere Besinnlichkeit. Ein Beitrag zur Erhellung, zum Lichterfest. Ein Artikel, der so nie in MAZ und PNN zu lesen sein wird! Aber hoffentlich auch Journalisten zum Nachdenken und Recherchieren verhelfen wird. Eine Weihnachtsgeschichte der anderen Art.

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  • Raum-Sichtbarkeit-Vernetzung

    „Laden[ ]Lokal – Raum | Sichtbarkeit | Vernetzung“
    Am 17. Dezember findet unter diesem Titel eine Tagung im Kunst- und Kreativhaus Rechenzentrum Potsdam statt.

    An diesem Tag sollen alle in einen intensiven Austausch gehen und auf dem Podium, am runden Tisch, im Praxisinput und dazwischen diskutieren, wie das Potential von Kreativhäusern und lokalen Produzent*innen (gemeinsam) sichtbar gemacht werden kann. Es soll über geeignete Konzepte, praktische Herausforderungen sowie Lösungsansätze gesprochen werden.

    Besonders empfehlen möchte ich euch:

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  • Make Potsdam great again

    Neue Ausgabe der Zeitschrift „sub/ urban“

    In der neusten Ausgabe der online – Zeitung „sub/ urban. Zeitschrift für kritische Stadtforschung“ gibt es auch einen spannenden Artikel zur Entwicklung von Potsdam.

    Unter dem Themenschwerpunkt „Stadt von oben“ haben A. Tomczak, M. Lutz und H. Zschoge eine lesenswerte Analyse darüber geschrieben, wie und warum der barocke Stadtumbau in Potsdam durchgesetzt werden konnte.
    Den Artikel gibt es hier:

    Make Potsdam great again

    Viele weitere ganz spannende Artikel finden sich unter diesem Link:

    http://www.zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/issue/view/39

    Daraus werden wir in Kürze weitere – für Potsdam wichtige Passagen veröffentlichen.

  • 80 Thesen zum Reformationstag 2018 …

    … und zum Wiederaufbau der Garnisonkirche

    Wir dokumentieren sie hier!
    Und bieten sie an zum Weiternutzen: Ausdrucken, teilen, zitieren, diskutieren, weiterentwickeln, am Zaun der Baustelle  befestigen, den Verantwortlichen schicken etc.

    Lutters 80 Thesen_A3

    Lutters 80 Thesen_einzeln

  • Aufruf: Reformation statt Restauration

    Potsdamer Thesenanschlag zum Reformationsfest 2018

    Aktionsaufruf zum 31. Oktober 2018, 15.00 Uhr…
    … vor der Baustelle der Kopie der Militärkirche!

    Wir dokumentieren:

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  • Die Garnisonkirche in der internationalen Presse

    Wir dokumentieren: Der „Guardian“ über die Garnisonkirche als Beispiel für Umdeutungen der Geschichte

    „Verdreht die rechtsextreme Ideologie den Begriff des „Kulturerbes “ in der deutschen Architektur?  Zwei Wiederherstellungsprojekte wecken die Befürchtung, dass die Idee der „Tradition“ gekapert wird.“
    schreibt der Guardian in einem aktuellen Leitartikel. Und fündig geworden ist Autor Rowan Moore wieder einmal in Potsdam.

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